Traum-Wissen

Neben all den Infos zu unserer Traumlesung „Träum weiter!“ erfahrt Ihr hier mehr über Träume!


Klarträume

Klarträume erklärt: Kann man Träume kontrollieren?

Kennst du das, wenn du den Monstern und Gefahren deiner schlimmsten Albträume vollkommen wehrlos ausgeliefert bist? Oder, wenn sich in deinen Träumen die verrücktesten Ereignisse aneinanderreihen und du einfach der Logik der skurrilen Erlebnisse folgen musst, ganz gleich, ob dein waches Ich es eher befremdlich gefunden hätte, an der Spitze des Eiffelturms gegen ein überlebensgroßes Schnabeltier zu kämpfen? Wenn ja: Keine Sorge, so geht es den meisten Träumern jede Nacht. Aber vielleicht hattest du ja auch schon einmal das Gefühl, bereits im Schlaf zu wissen, dass du dich bloß in einem Traum bewegst. Und vielleicht konntest du deine Traumwelt sogar aktiv beeinflussen. Wenn dir das schon einmal passiert ist, gehörst du zu den guten 50% der Menschheit, die bereits – oft versehentlich – einen Klartraum hatten.

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Dein Traum, deine Regeln!

In Klarträumen (oft nach dem lateinischen Wort lux für „Licht“ auch luzide Träume genannt) ist sich der Schlafende bewusst, dass er träumt – er besitzt also Klarheit über seine Situation. Mit dieser Klarheit kommt eine Handlungsfreiheit, die dem Träumenden erlaubt, die unwahrscheinlichsten Dinge zu tun. Traumwelten richten sich ganz nach den Vorstellungen dessen, der sich in ihnen wiederfindet – physikalische Gesetze, gesellschaftliche Normen, all das sind Regeln des Wachzustandes, die im Traum ihre Gültigkeit verlieren können. Häufig geschieht das unwillkürlich. In Klarträume jedoch lässt sich bewusst eingreifen: Du wolltest schon immer einmal frei wie ein Vogel über wunderschöne Landschaften hinwegsegeln? Kein Problem. Du möchtest deinen Traumpartner oder deine Traumpartnerin ansprechen, ohne eine Ablehnung befürchten zu müssen? Auch das geht. Du schreibst oder liest gerade einen Roman und würdest dich zu gern mit den Figuren der Geschichte unterhalten? Nur zu!

Wissenschaftlich belegtes Phänomen statt esoterische Fantasie

Denn Klarträume sind, so fantastisch sie auch klingen mögen, gut erforscht – und vor allem erlernbar. Schon in der Antike fanden sich in den Schriften Aristoteles’ Hinweise auf Klarträume. Im 20. Jahrhundert konnte das Phänomen dann näher erforscht mehrfach nachgewiesen werden. 1978 gelang es dem amerikanischen Psychologen Stephen LaBerge in einem Selbstversuch erstmals, die Existenz dieser besonderen Spielart des Träumens zu belegen, indem er aus seinem Traum heraus über Augenbewegungen vor dem Experiment verabredete Signale sendete. In den REM-Phasen des Schlafes (rapid eye movement, „schnelle Augenbewegung“), die etwa ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen einsetzen, treten Klarträume genau wie reguläre Träume auf.

Ängste besiegen und Lernen im Schlaf mit Klarträumen

Heutzutage wird die Technik unter anderem dazu verwendet, um wiederkehrende Albträume zu behandeln. Auch Sportlern können Klarträume helfen, in der „Wachwelt“ eingeübte Bewegungsabläufe nachts immer wieder gedanklich durchzuspielen, um sich so ganz real zu verbessern. Zudem versuchen manche, emotionale Stresssituation im Traum zu proben, um nach dem Aufwachen entspannter zu reagieren. Für viele ist das Kontrollieren ihrer unbegrenzten Traumwelten allerdings ein hochinteressantes Hobby – online finden sich viele Communitys von Gleichgesinnten, die ihre Tipps und Erfahrungen austauschen.

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Eine Anleitung für den Selbstversuch

Du möchtest auch gerne unter die Oneironauten, die Traumreisenden, gehen? Hier haben wir dir ein paar nützliche Tipps zusammengestellt, wie ein solcher Traum gelingen kann:

Wichtig ist zunächst die Vorbereitung: Um einen Klartraum erleben zu können, ist es hilfreich, wenn man vor dem Zubettgehen schon etwas zur Ruhe kommt. Stress oder gar der Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen hindern den Fokus auf die Träume, die da kommen könnten.

Noch wichtiger ist jedoch, dass man sich im wahrsten Sinne des Wortes „klar wird“, dass man träumt – und hierbei hilft ein so genannter „Reality Check“. Wer den Film „Inception“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht an Leonardo DiCaprios Kreisel – ganz so anschaulich muss die eigene Methode nicht sein. Dennoch sollte man es sich im Wachzustand angewöhnen, sich immer wieder zu fragen, ob man gerade träumt oder nicht und das an einer zuverlässigen Frage überprüfen – irgendwann wird man dieses Ritual auch im Traum nachspielen. Wer es schafft, mit einer kritischen Grundhaltung in den Traum einzusteigen, dem gelingt es viel leichter, „klar“ zu werden.

All das bringt jedoch nichts, wenn dich das morgendliche Weckerklingeln unsanft aus dem Reich der Träume reißt und du alle Erinnerungen an das Erlebte sofort abschüttelst. Deshalb wird meistens empfohlen, nach Möglichkeit auf einen Wecker zu verzichten – auch, wenn das wohl bestenfalls am Wochenende möglich ist. Um bewusster zu träumen und sich besser an das im Schlaf erlebte zu erinnern ist es hilfreich, ein Traumtagebuch zu führen. Stift und Zettel auf dem Nachttisch oder ein Diktiergerät helfen wahre Wunder, um die flüchtigen Bilder festzuhalten – und die intensive Beschäftigung mit den eigenen Träumen übt darüber hinaus das Erinnern und Erleben.

In diesem Sinne: Gute Nacht und viel Spaß beim Träumen!

Unser Buchtipp

Wenn ihr mehr über Klarträume lernen wollt, empfehlen wir euch von Jens Thiemann „Kaltraum. Wie Sie Ihre Träume bewusst steuern können“, erschienen im Rowohlt-Verlag.

Ihr wollt noch mehr traumhafte Lektüre? Dann stöbert auf unserer Bücherliste!


Tolle Träume! Traumwelten in Literatur und Film

Natürlich sind wir und unsere Autoren nicht die ersten Geschichtenbegeisterten, die vom Träumen fasziniert sind. Als Motiv oder Handlungselement ist der Traum ein Klassiker im Bücherregal wie auf der Kinoleinwand. Wir haben euch eine kleine Liste origineller und ikonischer Träume aus Literatur und Film zusammengestellt – vom Kinderbuch bis zum Horrorfilm. Viel Spaß!

Lippels Traum

Der Kinderbuchautor Paul Maar ist den meisten wohl vor allem wegen seiner Geschichten über das Wünsche erfüllende Sams bekannt. Die Erzählung über die Traumabenteuer des jungen Philipp „Lippel“ Mattenheim ist ihm jedoch nicht weniger gelungen – und gleichermaßen ein Plädoyer für das Lesen wie für das Träumen. Denn Lippel ist mit seinen zehn Jahren bereits ein begeisterter Leser – weil er seinem Hobby allerdings gerne auch zu später Stunde im Geheimen nachgeht, wird ihm kurzerhand sein Märchenbuch aus Tausendundeiner Nacht weggenommen. Also träumt Lippel seine Lieblingsgeschichte kurzerhand selbst zu Ende – über mehrere Nächte hinweg in fantasievollen Fortsetzungsträumen, in denen sich die Charaktere der Geschichte mit seinen neuen, realen Klassenkameraden Arslan und Hamide mischen.

Die Traumnovelle

Arthur Schnitzler mochte als großer Autor der Wiener Moderne gegolten haben – als seine Traumnovelle im Jahr 1926 erstmals vollständig erschien, haftete ihm der Ruf des Altbackenen an. Wenig später, zur Zeit des Nationalsozialismus, wurde sein Werk gar komplett verboten. Wiederentdeckt wurde die Traumnovelle erst später. Schnitzler, ein Sympathisant seines Zeitgenossen Sigmund Freud, widmet sich in seiner Erzählung einer bürgerlichen Ehe und den Konflikten jenseits der Oberfläche. Diese Geschichte von unterdrückten Leidenschaften, die sich erst im Traum vollends Bahn brechen, inspirierte Kultregisseur Stanley Kubrick zu dessen letztem Film: „Eyes Wide Shut“ mit u.A. Tom Cruise, Nicole Kidman und dem deutschen Schauspieler Sky du Mont verlegt Schnitzlers Werk in das New York der 90er.

Die Silber-Trilogie

Ein Beispiel für die große Beliebtheit von Traumgeschichten aus der jüngeren Vergangenheit liefert Bestsellerautorin Kerstin Gier. Das erste, zweite und dritte „Buch der Träume“ bilden die Silber-Trilogie. Die Jugendbuchreihe begleitet Titelheldin Liv Silber nicht nur durch den chaotischen Alltag der Londoner Patchworkfamilie, deren Teil sie durch den neuen Freund ihrer Mutter geworden ist, sondern vor allem auch durch bizarre Traumkorridore. Und diese werden Liv nicht weniger suspekt, als sie herausfindet, dass sie sich offenbar in die Träume anderer hineinschleichen kann – und umgekehrt…

A Nightmare on Elm Street

Keinen ruhigen Schlaf dürfte dieser Horrorfilmklassiker bereiten. Von Genrepionier Wes Craven 1984 erstmals in die Kinos gebracht folgten auf den grausamen Grusel ein halbes Dutzend mehr oder minder erfolgreiche Sequels. Eins ist jedoch sicher: Freddy Krueger, der Mörder mit der Klauenhand, der seine Opfer in ihren Träumen heimsucht, hat es als eine der wenigen Figuren zu einer Ikone des heutzutage oft wenig innovativen Horrorgenres geschafft. Lustiger als die Filme: Regisseur Craven wählte den Namen seines Monsters nach einem echten Freddy Krueger, der ihn im Kindesalter tyrannisiert hatte – und dem er so ein zweifelhaftes Denkmal setzte.

Inception

Christopher Nolans vielschichtiger, visuell beeindruckender Science-Fiction-Thriller mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle konnte 2010 Publikum wie Kritiker gleichermaßen begeistern – und ist wohl der actionreichste Film, dessen Protagonisten die meiste Zeit der Handlung verschlafen. Der Clou: DiCaprios Charakter Dominick Cobb und sein Team sind darauf spezialisiert, in die Träume anderer Menschen einzudringen, um diese zu verändern und dem Träumenden fremde Ideen in sein Unterbewusstsein einzupflanzen. Das Ganze klingt ein bisschen wie Klarträumen in anderer Leute Köpfen und ist ein lukratives Geschäft – jedoch auch ein gefährliches, wie Cobb feststellen muss. Denn nicht jeder kehrt aus den tiefen Traumebenen zurück – und im Traum wird es nicht leichter, seine eigene Vergangenheit zu verdrängen…

Träum weiter Zitat Dumbledore

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